Kleine Küchen
Auf sechs Quadratmetern entscheidet der Zentimeter – so wird es trotzdem eine Küche.
Küche im Altbau
Schiefe Wände, tiefe Laibungen und ein Kaminzug in der Ecke – warum Altbau die anspruchsvollste Planung ist und wie man sie trotzdem sauber löst.
Wilten, Saggen, Pradl, Mariahilf: Ein großer Teil der schönsten Wohnungen in Innsbruck ist über hundert Jahre alt. Für eine Küche heißt das mehr Aufwand – und, wenn man es richtig macht, ein besseres Ergebnis als in jedem Neubau.
In einem Neubau ist die Wand eine Gerade und die Ecke ein rechter Winkel. In einer Wohnung in Wilten, im Saggen oder in Pradl ist beides eine Annahme. Wände laufen auseinander, Böden fallen ab, Laibungen sind vierzig Zentimeter tief, und irgendwo in der Ecke steht ein Kaminzug, der auf keinem Plan eingezeichnet ist.
Das ist kein Mangel, sondern der Grund, warum diese Wohnungen schön sind. Für eine Küche bedeutet es nur: Standardmaße funktionieren nicht. Eine Küche aus 15-Zentimeter-Sprüngen lässt in einem solchen Raum an drei Stellen eine Lücke – und Lücken füllt man dann mit Leisten, die man danach jeden Tag sieht.
Der wichtigste Satz zu diesem Thema: Im Altbau entscheidet nicht die Küchenmarke über das Ergebnis, sondern das Aufmaß. Wir messen jede Wand an drei Höhen, prüfen den Boden mit der Wasserwaage und zeichnen die Abweichungen in den Plan ein. Der Ausgleich passiert danach in der Fertigung – nicht mit Silikon auf der Baustelle.
Zwei Meter Wand können oben und unten drei Zentimeter Unterschied haben. Wer die Zeile auf das kleinere Maß plant, verliert Platz; wer auf das größere plant, bekommt sie nicht hinein. Gelöst wird das mit Passleisten an den Enden und, wo nötig, mit angepassten Korpusbreiten.
In Altbauten sind zwei Zentimeter Gefälle über vier Meter nichts Besonderes. Die Korpusse werden über die Sockelfüße einzeln ausgerichtet, damit die Arbeitsplatte waagrecht liegt – sonst rollt das Ei vom Brett. Sichtbar wird der Ausgleich nur am Sockel, und der lässt sich anpassen.
Eine 40 Zentimeter tiefe Laibung ist im Altbau ein Geschenk, wenn man sie einplant: als Ablage, als Sitzfläche, als Platz für die Spüle mit Ausblick. Sie ist ein Problem, wenn die Arbeitsplatte davor endet und ein toter Winkel entsteht.
Er steht meist genau dort, wo man den Hochschrank hätte. Wenn er noch benutzt wird, muss ein Abstand eingehalten werden – das klärt der Rauchfangkehrer, nicht der Küchenplaner. Ist er stillgelegt, lässt sich davor oft ein flacher Schrank oder eine Nische bauen.
Hochschränke bis zur Decke wirken in einem 3,20-Meter-Raum erdrückend und sind oben ohnehin nicht erreichbar. Sinnvoller ist ein bewusster Abschluss auf 2,20 bis 2,40 Meter, darüber Luft – oder ein durchlaufendes Regalbord, das die Höhe aufnimmt, ohne zu erdrücken.
Wasser und Abfluss liegen dort, wo vor sechzig Jahren die Spüle stand. Verlegen ist möglich, aber nicht immer sinnvoll – jeder Meter Abflussleitung braucht Gefälle und wird irgendwo sichtbar. Häufig ist es klüger, die Küche um den Anschluss herum zu planen als umgekehrt.
Ein großer Teil der Innsbrucker Altbauwohnungen ist gemietet, und das ändert die Rechnung. Drei Punkte, die vor der Planung geklärt gehören:
Eine maßgefertigte Küche lässt sich grundsätzlich abbauen und in einer anderen Wohnung wieder aufstellen – die Arbeitsplatte und die Passleisten müssen dabei aber meist neu gemacht werden. Das ist bei der Entscheidung ehrlicherweise einzurechnen.
Altbau heißt oft: enges Stiegenhaus, kein Lift, drei Stockwerke, eine Kurve im Zwischenpodest. Eine 3,20 Meter lange Arbeitsplatte aus Keramik kommt dort nicht hinauf. Deshalb messen wir beim Aufmaß auch den Zugang – Türbreiten, Podestmaße, Deckenhöhe im Treppenhaus – und teilen die Platte gegebenenfalls anders auf.
| Prüfen | Warum | Wann |
|---|---|---|
| Türbreiten und Stockwerk | bestimmt die maximale Bauteilgröße | beim Aufmaß |
| Podest und Wendung | entscheidet über die Länge der Arbeitsplatte | beim Aufmaß |
| Lift vorhanden und Innenmaß | spart einen halben Montagetag | beim Aufmaß |
| Parkmöglichkeit vor dem Haus | Kurzparkzone in Innsbruck rechtzeitig anmelden | zwei Wochen vorher |
| Kaminzug in Verwendung | Abstand und Zulässigkeit | vor der Planung, mit dem Rauchfangkehrer |
Es gibt keine Regel, dass in einen Altbau eine Landhausküche gehört. Grifflose, matte Fronten wirken in hohen Räumen mit Stuck sogar oft ruhiger, weil sie sich zurücknehmen und den Raum sprechen lassen. Was selten funktioniert, ist Hochglanz: Er spiegelt die unregelmäßigen Wände und macht jede Abweichung sichtbar.
Bewährt hat sich bei uns die Kombination aus zurückhaltender Front und einer Arbeitsplatte mit Charakter – Massivholz oder Naturstein. Das nimmt die Materialität des Altbaus auf, ohne ihn zu imitieren.
Wir haben in Innsbruck schon Küchen in Wohnungen geplant, in denen keine einzige Wand gerade war. Es geht – es dauert nur eine Planungsrunde länger. Bringen Sie Fotos und ein grobes Maß mit, den Rest machen wir vor Ort.
Kurz beantwortet
Ja, aber nur maßgefertigt. Altbauwände sind selten parallel und Böden selten eben. Eine Küche aus Standardbreiten lässt an mehreren Stellen Lücken, die man danach mit Leisten kaschieren muss. Im Zentimeterraster gefertigte Korpusse und Passleisten lösen das sauber.
Der Aufpreis entsteht nicht durch die Möbel, sondern durch Sondermaße, Passleisten und gelegentlich durch das Verlegen von Anschlüssen. In der Praxis liegt das im Bereich weniger Prozent – deutlich weniger, als die meisten befürchten.
Wird er noch benutzt, gilt ein Mindestabstand, den der Rauchfangkehrer festlegt. Ist er stillgelegt, lässt sich davor häufig ein flacher Schrank oder eine Nische bauen. Diese Frage sollte vor der Planung geklärt sein, nicht danach.
Ja. Bauliche Eingriffe wie Durchbrüche oder das Verlegen von Leitungen brauchen die Zustimmung des Eigentümers, am besten schriftlich. Ebenso sollte geregelt sein, was beim Auszug mit der Küche passiert.
Das prüfen wir beim Aufmaß mit. Türbreiten, Podestmaße und Wendungen bestimmen die maximale Bauteilgröße. Falls nötig, teilen wir die Platte anders auf – das ist unauffälliger, als eine Platte im Stiegenhaus stecken zu haben.
Zurückhaltende, matte Oberflächen funktionieren in hohen Räumen sehr gut, ob grifflos modern oder als Rahmenfront. Hochglanz ist meist die schlechteste Wahl, weil er unregelmäßige Wände spiegelt und jede Abweichung sichtbar macht.
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Von der ersten Skizze über das Aufmaß bis zum Festpreisangebot.
Preisspannen, Kostenanteile und die Posten, die in vielen Angeboten fehlen.
Nächster Schritt
Beratung und 3D-Planung sind kostenlos und unverbindlich, das Aufmaß ist im Auftrag enthalten. Kommen Sie ins Studio am Bleichenweg beim DEZ – oder rufen Sie einfach an.